Neusiedlersee Radmarathon 2019

Wie schon die letzten beiden Jahre bildete auch heuer der Radmarathon um den Neusiedlersee für mich den Start in die Saison. Nachdem ich im Vorjahr komplett overpaced hatte war das Ziel für heuer, die 125 km mit besserer Vorbereitung bzw. Einteilung noch ein paar Minuten schneller  als in den letztjährigen ca. 3,5h zu absolvieren.

Soviel zu Theorie – die Realität sah dann (leider) etwas anders aus:

Die erste Überraschung gabs schon bei der Startnummernabholung. Nachdem ich mich über die Austria Top Tour angemeldet hatte, sollte ich eigentlich in Startblock 1 stehen – aus mir unerfindlichen Gründen war ich jedoch in Block 3. Nach einem Gespräch mit der Organisationsleitung wurde ich dann doch für Block 1 zugelassen. Interessanterweise fand ich im Nachhinein heraus, dass ich noch unter einer anderen Startnummer geführt wurde, die wohl die „korrekte“ gewesen wäre….zum Drüberstreuen hat dann auch noch mein Transponder für die Zeitnehmung scheinbar nicht funktioniert – nach dem Marathon war ich als „nicht gestartet“ geführt. Aber dies sollte noch mein geringstes Problem darstellen.

Nach kurzem Einfahren bei heftigstem Wind (Böen mit bis zu 70+ km/h) stellte ich mich mit 2 Kollegen aus meinem Arbeitsumfeld in Startblock 1 auf – obwohl bereits eine halbe Stunde vor Start, waren wir leider schon sehr weit hinten in der Startaufstellung was bei der engen Strasse am Beginn alles Andere als ideal ist. Nichtsdestotrotz war der Plan, die ersten Kilometer flott anzugehen, eine gute Gruppe möglichst weit vorne zu erwischen und entsprechend mitzuschwimmen, um am Ende auch noch ein paar Körner übrigzuhaben. Ohne Windschatten ist der extrem flache/schnelle/windige Radmarathon rund um den Neusiedlersee schlichtweg doppelt mühsam….

Nach dem Startschuss wurde ich am ersten – und mehr oder weniger einzigen – Anstieg leider von der großen Masse aufgehalten und konnte nicht so weit nach vorne kommen wie gewünscht. Trotz Allem gings danach aber ganz gut voran und bei der Grenze zu Ungarn hatte ich mich in einer recht flotten Gruppe zurechtgefunden. So weit – so gut…..

Nachdem die Strassenverhältnisse auf dem ungarischen Teil der Strecke erfahrungsgemäß sehr schlecht sind, hieß es „aufpassen“….was ich leider in einem kurzen Augenblick nicht tat. Bei Kilometer 40 hatte ich in einer Ortschaft kurz zur Trinkflasche gegriffen und beim Zurückstecken der Flasche in den Halter ein Schlagloch erwischt. Mit einer Hand am Lenker war die Geschichte leider nicht zur korrigieren und ein Sturz die entsprechende Folge. Bei relativ hohem Tempo (irgendwo zwischen 40 und 50) bin ich dann seitlich abgeflogen – Ergebnis: Abschürfungen an Hüfte, Schulter und Knie sowie kleinere Schäden an Helm, Lenker/-band. Zudem konnten 2-3 weitere Fahrer beim Ausweichen einen Sturz nicht mehr vermeiden und lagen mit mir verteilt auf der Strasse.

Nachdem ich mich wieder aufgerappelt hatte, half ich einem der Leidensgenossen noch beim Schauchwechseln, da er sich beim Ausweichmanöver einen Platten gefahren hatte. Nach ca. 10 Minuten gings dann leicht angeschlagen weiter – gottseidank konnte ich mich relativ rasch wieder an eine kleinere Gruppe anhängen und halbwegs normal weiterfahren. Ab diesem Zeitpunkt gings für mich jedoch nur mehr ums Durchkommen – aufgrund des heftigen Windes wäre es allerdings wohl ohnehin unmöglich gewesen, schneller als im Vorjahr zu finishen. Teilweise wurde man fast von der Strasse gefegt bzw. konnte bei Gegenwind kaum 20 km/h (im Flachen) erreichen.

Nach äusserst zähen, weiteren 85 Kilometern war ich dann nach insgesamt ca. 4 Stunden und 10 Minuten im Ziel. Unterm Strich bin ich froh, dass nicht mehr passiert ist. Die Abschürfungen/Prellungen werde ich zwar sicher noch ein paar Tage spüren aber es hätte auch deutlich schlimmer können. Letztendlich sind nur Helm, Lenkerband und natürlich meine RC Wiesinger-Dress zu ersetzen – dann kanns hoffentlich bald wieder in alter Frische weitergehen.

Michael W.

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