Neusiedlersee Radmarathon

Nachdem ich im Vorjahr mit dem Burgenland Radmarathon meinen ersten 100er bewältigt hatte, stand für 2018 mit etwas mehr Vorbereitung und beinahe strukturiertem Training eine etwas ambitioniertere Wiederholung dieses landschaftlich wunderschönen und wunderbar windigen Marathons über 125 km an.

Relativ weit vorne im ersten Startblock eingereiht war der Plan, die wenigen Höhenmeter am Anfang so gut wie möglich im Vorderfeld zu absolvieren um dann im restlichen, flachen Terrain vom Windschatten einer großen Gruppe zu profitieren.

Gesagt, getan: gleich vom Start weg für mich sehr hohes Tempo mit Puls mehrfach im „roten“ Bereich – aber nichtsdestotrotz konnte ich meinen Plan bis dahin gut umsetzen und in der Folge mit einer recht flotten Gruppe gut mithalten. Ungefähr knapp nach der Hälfte der Strecke kam es dann zur Bildung einer relativ großen Gruppe mit Fahrern, die das Feld von hinten aufmischten und das Tempo nochmals verschärften.

Aus Respekt vor dem großen Gedränge reihte ich mich in der Gruppe erstmal ganz hinten ein – was sich als großer Fehler erweisen würde.  Wie es dann genau passiert ist, kann ich nicht mehr so genau sagen, aber letztendlich riss ich ein Loch von ca. 10-20 Metern auf die Gruppe – oder besser gesagt riss die Gruppe das Loch auf mich – und 2-3 weitere Fahrer auf. Mein(e) Versuch(e) das Loch zu schließen endeten im totalen Abschuss meiner selbst. Irgendwann bei 200+  Schlägen meines Herzens gab ich dann doch auf, ergab mich meinem Schicksal und winkte der großen Gruppe leise „Servus“.

In der Folge war ich dann – ziemlich ausgepumpt – erstmal Teil eines Dreiergespanns aus einer richtig starken 46-jährigen Dame vom Team Felbermayr (glaube am Ende sogar 1. Platz in der Damenwertung) und einem ungarischen Radler. Der Plan der sympathischen Dame einen „belgischen Kreisel“ zu bilden ging leider ziemlich in die Hose, da weder ich, noch der Ungar ein für sie passendes Tempo anschlagen konnten.

Irgendwie/Irgendwann (die Erinnerung ist schon etwas verschwommen) waren wir dann wieder ein etwas größeres Grüppchen bei dem ich mich einige Kilometer mit Müh´ und Not anhängen konnte.

….und dann – nach einem eigentlich lächerlichen Hügelchen – war ich plötzlich allein mit meinem liebsten Trainingspartner: dem Gegenwind! Die letzten 10-20 Kilometer kam der Mann mit dem Hammer und ich konnte nichteinmal mehr im Windschatten der mich überholenden Fahrer mithalten.

Irgendwie quälte ich mich dann auf der letzten Rille doch noch bis ins Ziel – mit einer Endzeit von 3:27:30 und Platz 191 war ich dann schlussendlich durchaus zufrieden, zumal ich im Vorjahr ungefähr 1 Stunde länger für die 125 km gebraucht hatte. Alles in Allem ein sehr schöner Radmarathon bei (beinahe) perfektem Wetter  – im Gegensatz zum Vorjahr auch sehr gut organisiert und für mich äußerst lehrreich. Beim folgenden Radmarathon in St. Pölten sollte sich zeigen, ob ich tatsächlich meine Lehren daraus ziehen konnte oder die Vernunft wieder in den Hintergrund gerückt ist.

Strava – Neusiedlersee Radmarathon – 29.4.2018

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